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30. August 2026

KI-Recherche: in 15 Minuten zum Marktüberblick

KI-Recherche für den Marktüberblick: In 15 Minuten zu einer belegten Übersicht, mit Auftragsprompt, Quellencheck und Ablage im KMU.

Sie brauchen einen Überblick: Wer bietet in der Schweiz was an, zu welchen Preisen, mit welchen Unterschieden. Früher hiess das zwei Stunden googeln und 30 offene Tabs. Eine KI-Recherche mit Deep-Research-Funktion liefert dasselbe in 15 Minuten, davon fünf Minuten Ihre Arbeit.

Der Unterschied zu einer normalen KI-Frage: Diese Modi durchsuchen mehrere Quellen nacheinander, bauen aufeinander auf und liefern einen Bericht mit Quellenlinks. Claude nennt das Research, ChatGPT Deep Research, Gemini und Perplexity haben eigene Varianten. Alle brauchen einige Minuten pro Anfrage und arbeiten in dieser Zeit ohne Sie.

Schritt 1: Die Frage scharf stellen (3 Minuten)

Der häufigste Fehler ist der Einzeiler: «Mach mir einen Marktüberblick zu X.» Das Ergebnis ist eine Wikipedia-Zusammenfassung.

Geben Sie stattdessen einen Auftrag mit fünf Angaben:

  1. Markt und Region: Anbieter von Zeiterfassungssoftware für KMU in der Schweiz
  2. Wer fragt: Ein Treuhandbüro mit 25 Mitarbeitenden
  3. Vergleichskriterien: Preis pro Nutzer, Datenhaltung in der Schweiz, Schnittstelle zur Lohnbuchhaltung, Aufwand für die Einführung
  4. Form des Ergebnisses: Tabelle mit maximal acht Anbietern, danach zwei Absätze Einschätzung
  5. Quellenpflicht: Jede Preisangabe mit Link zur Anbieterseite, keine Schätzungen ohne Kennzeichnung

Fünf Zeilen tippen, statt zwei Stunden lesen. Diese fünf Zeilen sind der ganze Trick.

Die Abkürzung: den Auftrag von der KI schreiben lassen

Wem die fünf Angaben zu mühsam sind, lässt sie sich formulieren. Öffnen Sie einen normalen Chat und schreiben Sie:

«Ich brauche einen Marktüberblick zu [Thema] für [meine Situation]. Formuliere mir daraus einen Rechercheauftrag für deinen Deep-Research-Modus: Markt und Region, wer fragt, Vergleichskriterien, Form des Ergebnisses, Quellenpflicht. Stell mir vorher die Fragen, die dir dafür fehlen.»

Der letzte Satz ist der wichtige. Die KI fragt dann nach Budget, Firmengrösse oder Zeithorizont, und genau diese Antworten machen den Unterschied zwischen einer generischen und einer brauchbaren Recherche. Sie erhalten einen fertigen Auftrag, den Sie kopieren.

Schritt 2: Im Recherche-Modus starten und weggehen (10 Minuten)

Ein Punkt, der oft untergeht: Sie müssen den Recherche-Modus aktiv einschalten. In Claude, ChatGPT, Gemini und Perplexity ist das ein eigener Knopf oder Menüpunkt, nicht der Normalzustand. Ohne ihn antwortet das Tool aus dem Gedächtnis, mit ihm sucht es tatsächlich.

Starten Sie die Recherche und machen Sie etwas anderes. Der Modus arbeitet mehrere Minuten und meldet sich, wenn er fertig ist. Wer daneben sitzt und wartet, spart nichts.

Schritt 3: Den Quellencheck machen (5 Minuten)

Das ist der Schritt, den die meisten überspringen, und der einzige, der nicht optional ist. KI-Recherche erfindet Zahlen seltener als ein einfacher Chat, aber sie erfindet sie.

Prüfen Sie drei Dinge:

  • Zwei Preise stichprobenartig. Link anklicken, Zahl auf der Anbieterseite suchen. Stimmt sie nicht, ist der ganze Bericht verdächtig.
  • Das Datum jeder Quelle. Ein Vergleich von 2023 hilft bei Softwarepreisen nicht weiter.
  • Die Lücke. Fragen Sie nach: «Welche relevanten Anbieter in diesem Markt fehlen in der Tabelle und warum?» Die Antwort ist oft aufschlussreicher als die Tabelle.

Was es bringt

Aus einer halben Stunde Klickarbeit werden fünf Minuten Denkarbeit. Realistisch sparen Sie pro Recherche eine bis zwei Stunden, und Sie bekommen eine belegte Übersicht statt eines Gefühls.

Der grössere Gewinn liegt in der Ablage. Legen Sie den Bericht mit dem verwendeten Auftrag ab, nicht nur das Ergebnis. Beim nächsten Mal passen Sie fünf Zeilen an, statt neu zu überlegen. Nach einem halben Jahr haben Sie eine kleine Sammlung von Rechercheaufträgen, die Ihr Team wiederverwendet. Das ist derselbe Gedanke wie beim Dokumentieren von Prozessen: Der Wert entsteht beim zweiten Mal.

Ihr nächster Schritt: Nehmen Sie die nächste Frage, die Sie ohnehin recherchieren müssten, und schreiben Sie die fünf Angaben aus Schritt 1 auf. Starten Sie die Recherche vor der Mittagspause, prüfen Sie sie danach.

Wenn Sie solche Handgriffe im ganzen Team verankern wollen, ist das Thema unserer Workshops. Für ein Gespräch dazu buchen Sie hier 30 Minuten.