17. Mai 2026
Interner KI-Hackathon: In einem Tag zu echten Prototypen
Interner KI-Hackathon im Unternehmen: Ablauf, Vorbereitung und Spielregeln, damit aus echten Problemen in einem Tag funktionierende Lösungen werden.
Die besten KI-Anwendungsfälle stecken nicht in einer Beratungs-Folie. Sie stecken in den Köpfen Ihrer Mitarbeitenden, die jeden Tag mit den echten Problemen arbeiten. Ein interner KI-Hackathon holt sie heraus: an einem Tag, mit dem eigenen Team, an den eigenen Prozessen.
An der AI Botwerkstatt in Winterthur haben 60 Hacker-/innen an einem Tag eigene KI-Assistenten gebaut, die meisten ohne technischen Hintergrund. Das Format funktioniert. Hier ist der Ablauf, mit dem ich arbeite.
Vorbereitung (2 bis 3 Wochen vorher)
- Probleme sammeln, nicht Ideen. Fragen Sie das Team vorab: «Welche Aufgabe nervt dich jede Woche?» Aus 30 Antworten werden am Hackathon die Projekte. Wer sein eigenes Problem löst, bleibt dran.
- Teams mischen. 3 bis 5 Personen pro Team, quer durch Abteilungen und Hierarchien. Die Sachbearbeiterin weiss, wie der Prozess wirklich läuft; der Lernende traut sich, das Tool zu befragen.
- Werkzeuge klären. Ein KI-Zugang pro Person, vorab getestet, Datenschutzregeln definiert. Nichts bremst einen Hackathon so zuverlässig wie Login-Probleme um 9 Uhr.
- Führung verpflichten. Die Geschäftsleitung macht mit, in eigenen Teams. Nicht als Jury auf dem Podest.
Der Tag selbst
| Zeit | Was passiert |
|---|---|
| 08:30 | Kickoff: Spielregeln, kurze Live-Demo, Teams beziehen ihre Probleme |
| 09:00 | Bauen, Runde 1: Problem präzisieren, ersten Lösungsansatz testen |
| 12:00 | Zwischenstand: 2 Minuten pro Team, Stolpersteine teilen |
| 13:00 | Bauen, Runde 2: Prototyp fertigstellen, an echten Beispielen testen |
| 16:00 | Präsentationen: 5 Minuten pro Team, live vorgeführt, nicht gefoliert |
| 17:00 | Entscheidung: Welche 2 bis 3 Prototypen gehen in den Alltag? |
Zwei Spielregeln haben sich bewährt: Gebaut wird nur, was ein echtes Problem löst. Und: Am Ende wird live vorgeführt, nicht präsentiert. Ein halbfertiger Prototyp am echten Beispiel überzeugt mehr als jede Folie.
Der Nachgang entscheidet
Hier scheitern die meisten Hackathons: Der Tag war super, danach passiert nichts. Planen Sie den Nachgang vor dem Event:
- Die 2 bis 3 Gewinner-Prototypen bekommen je eine verantwortliche Person und 4 Wochen Zeit bis zum produktiven Einsatz.
- Ein kurzer Follow-up-Termin nach einem Monat: Was läuft? Was fehlt?
- Die restlichen Ideen wandern in ein Backlog für die nächste Runde.
So wird aus einem Event ein Prozess. Aus meinen drei Winterthurer AI-Hackathons mit Deep Impact weiss ich: Die Energie des Tages trägt Wochen. Aber nur, wenn jemand sie auffängt.
Der nächste Schritt
Sammeln Sie diese Woche die fünf nervigsten Aufgaben aus Ihrem Team ein. Das ist die halbe Hackathon-Vorbereitung. Den Rest, von der Dramaturgie bis zur Moderation, übernehme ich gerne: alle Infos oder direkt ein Erstgespräch.