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26. Juli 2026 · Aktualisiert am 9. August 2026

Copilot, ChatGPT oder Claude: Was passt ins KMU?

Copilot für KMU, ChatGPT oder Claude? Die Tool-Frage ist die falsche Frage. Was wirklich entscheidet, und wie Sie in einer halben Stunde wählen.

Copilot für KMU, ChatGPT oder Claude: Diese Frage bekomme ich in fast jedem Erstgespräch. Meine Antwort gefällt selten auf Anhieb, weil sie die Frage zurückweist. Welches Tool Sie wählen, ist für den Erfolg im KMU zweitrangig. Dass Sie eines wählen und dann drei Monate ernsthaft nutzen, ist entscheidend.

Die Preise liegen nah beieinander

Claude Team kostet 20 US-Dollar pro Sitz und Monat im Jahresabo. ChatGPT Business liegt bei 20 US-Dollar pro Nutzer und Monat, ebenfalls im Jahresabo. Microsoft 365 Copilot startet bei rund 17 Franken pro Benutzer und Monat, setzt aber ein Microsoft 365 Business-Abo voraus.

Für ein Team von zehn Personen reden wir also über 170 bis 200 Franken im Monat. Das ist weniger, als eine einzige Sitzung mit fünf Personen kostet. Die Preisdiskussion lohnt sich nicht.

Wo die Arbeit stattfindet, entscheidet

Die einzige Frage, die ich für relevant halte: Wo verbringt Ihr Team den Tag?

Copilot, wenn Ihr Betrieb in Outlook, Teams, Word und Excel lebt und die Daten dort liegen. Der Vorteil ist der Zugriff auf Ihre eigenen Dokumente und Mails, ohne dass jemand etwas kopieren muss. 70 Prozent der Unternehmen setzen laut einer EY-Befragung auf solche integrierten Tools.

ChatGPT oder Claude, wenn es um Denk- und Schreibarbeit geht: Konzepte, Korrespondenz, Recherche, Auswertungen. Beide sind stärker, sobald man in längeren Gesprächen arbeitet statt nur Textstellen zu verbessern.

Meine persönliche Einschätzung: Ich arbeite überwiegend mit Claude, weil mir die Textqualität und das Arbeiten mit eigenen Vorlagen dort am besten passen. Das ist Geschmack, kein Testergebnis. Die Rangliste zwischen den Anbietern verschiebt sich mit jedem Modellwechsel, also alle paar Monate.

Was Sie nicht tun sollten

Drei Tools parallel testen. Ich sehe das oft: Nach vier Wochen kennt niemand ein Tool richtig, und die Diskussion dreht sich um Vergleiche statt um Ergebnisse. Ein Werkzeug, ein Geschäftskonto, ein Anwendungsfall pro Person. Nach drei Monaten wissen Sie mehr über Ihren Bedarf als jeder Vergleichstest.

Und: Auf keinen Fall Gratisversionen mit Geschäftsdaten. In den Business-Plänen sind Ihre Inhalte standardmässig vom Modelltraining ausgeschlossen. Bei den Gratiszugängen muss das jede Person selbst abschalten, und niemand prüft das.

Der nächste Schritt

Entscheiden Sie heute, nicht nächsten Monat. Wählen Sie nach dem Kriterium oben, richten Sie zwei bis drei Lizenzen ein, und legen Sie pro Person einen Anwendungsfall fest. Worauf Sie beim Datenschutz achten müssen, steht im Beitrag KI und Datenschutz in der Schweiz. Wenn Sie die Einführung im Team strukturiert angehen wollen, hilft eine KI-Roadmap. Ihre Ausgangslage schauen wir im Erstgespräch an.